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Was erwartet den Referendar an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften (DHV) in Speyer? Zunächst sei vorausgeschickt, dass es wohl keinen Referendar auf Erden gibt, der das Speyer-Semester nachteilig in Erinnerung behalten hat. Um es kurz zu machen: Alle Gerüchte und Sagen entsprechen der Wahrheit.
Hervorzuheben ist zunächst das fachliche Angebot der Hochschule. Die Inhaber der 18 Lehrstühle vertreten das öffentliche Recht, die Verwaltungswissenschaft, die Wirtschaftswissenschaften sowie Empirische Sozialwissenschaften, Geschichts- und Politikwissenschaft. Sie bürgen für die wissenschaftliche Qualität des interdisziplinären Lehrangebots. Im Vorlesungsangebot sind viele Bereiche mit unterschiedlichstem Ansatz, so z.B. Vorlesungen über aktuelle Probleme des Staats- und Verwaltungsrechts, die neuesten Entwicklungen im Europarecht, die Internationalisierung und Globalisierung, die Verwaltungsmodernisierung, New Public Management, Medien-, Energie- und Umweltschutzrecht, Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik, Controlling, Gesetzesfolgenabschätzung, neue Führungskonzepte oder auch fachspezifische IT-Anwendungen (z.B. der Umgang mit Juris oder Powerpoint). Zu Beginn des Semesters muss sich jeder Referendar in der Einführungswoche einen individuellen Stundenplan zusammenstellen, der gewisse Mindestwochestundenzahlen aufwiesen muss. Inhaltlich kann man sich z.B. nach seinem Wahlfach oder auch (nur) nach seinen persönlichen Interessen richten. Danach geht es los mit dem Studium ganz so wie im ersten Semester. Vorlesungen werden entweder im Audimax oder in den sehr gut ausgestatten Räumlichkeiten der Hochschule abgehalten. Ausnahmslos alle Dozenten sind sehr kompetent und hochmotiviert. Neben den oben genannten Kernfächern bietet die Hochschule aber auch spezielle Kurse für Referendare zur Examensvorbereitung an. Die an der Hochschule eingerichteten sog. Landesübungen entsprechen in Art und Umfang den Arbeitsgemeinschaften in den Ländern. Der Referendar muss in Speyer also nicht die Sorge haben, zu Hause etwas zu verpassen. Erfahrene AG-Leiter aus allen Bundesländern vermitteln das landesspezifische Rüstzeug für das Zweite Examen. Der Lehrplan der Hochschule umfaßt so z.B. Examensrepetitorien im Zivil- und Strafrecht, im Zwangsvollstreckungsrecht und im öffentlichen Recht, in denen anhand von Fallbeispielen Klausurtechnik eingeübt wird (inklusive Musterlösungen, d.h. ausformulierte (!) Urteile, Anklageschriften usw.). Ebenso gibt es Kolloquien z.B. zum Bau- und Arbeitsrecht oder zu rechtlichen Problemen speziell aus Anwaltssicht.
Die Unterbringung in Speyer stellt kein Problem dar. Direkt auf dem Campus der Hochschule und in der Stadt stehen während des Semesters drei Wohnheime mit rund 240 Plätzen zur Verfügung. Die Hochschule führt darüber hinaus eine über Internet abrufbare Zimmerkartei, mit deren Hilfe man sich bequem von zu Hause aus auch eine passende private Unterkunft (Appartement oder WG) aussuchen kann, gegebenenfalls unterstützen einen hierbei die Angestellten der Hochschule.
Ein weiterer großer Gewinn der Zeit in Speyer stellt der Kontakt mit ca. 550 Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet dar. Da ja nur drei Monate zur Verfügung stehen, lernt man sich sofort und ohne Probleme kennen. Diesem Zweck dienen auch die wöchentlichen sog. Länderfeten, auf welchen sich die entsandten Referendare mit ihrem Bundesland und seinen spezifischen Besonderheiten darstellen können. Die dort geknüpften Kontakte müssen nicht zwangsläufig einen fachlichen Hintergrund haben... ;-)
Speyer ist zudem sehr attraktiv gelegen. Zum einen bietet das wunderschöne Gebiet der südlichen Weinstraße Gelegenheit zur ausgiebigen Erkundung der Landschaft samt Weinstuben z.B. mittels Fahrrad. Zum anderen sind zahlreiche große Städte wie beispielsweise Heidelberg, Wiesbaden, Mainz, Worms oder Mannheim schnell zur Besichtigung zu erreichen. Das Semester dauert drei Monate: Das Sommersemester von 1. Mai bis 31. Juli, das Wintersemester von 1. November bis 31. Januar. Aus eigener Erfahrung weiß der Verfasser dieses Berichtes, dass es bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst sehr vorteilhaft angerechnet wird, wenn der Bewerber einen Teil des Vorbereitungsdienstes in Speyer absolviert hat. Für Fragen jeder Art stehen an der Hochschule Frau Joos, Frau Lenz oder Frau Seidl unter Tel. 06232 / 654 - 228 / -270 oder Herrn Bucher unter Tel. 06232/654-227 zur Verfügung. Weitere Informationen sind unter www.dhv-speyer.de abrufbar. Der Antrag auf Entsendung nach Speyer wird formlos beim Thüringer OLG (für Referendare in der Wahlstation) bzw. beim Landesverwaltungsamt (für Referendare in der Verwaltungsstation) gestellt, enthält eine kurze Begründung, warum man an die DHV möchte, und wird in aller Regel positiv beschieden.
Fragen an den Verfasser dieses Berichtes in seiner Eigenschaft als "Speyer-Veteran" können unter
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gestellt werden.
Also dann: Viel Erfolg (und Spaß) in Speyer ! |